Bergmammutbaum: Sequoiadendron giganteum

   

Alle Mammutbäume sind Nadelbäume. Während die Metasequoie und der Redwood tannenähnliche Nadeln, das sage ich, weil man sich das so am besten vorstellen kann, haben, hat der Riesenmammutbaum schuppenähnliche Nadeln, die nur wenige Millimeter lang werden und ringsum den Zweig gehen:

Mammutbaum-Zapfen sind vergleichsweise klein, Mammutbaum-Samen im Vergleich noch kleiner. Sie sind nur wenige Millimeter groß, der Zapfen nur wenige Zentimeter:

Ich pflanzte bis jetzt schon fünf Riesenmammutbäume. Diese drei Bäume sind sind im Moment ca. 2,20m bis ca. 3,5m hoch. Den größten pflanzte ich 1999, da ich in diesem Jahr einen sehr schönen Mammutbaum im Garten einer Verwandten sah. Ich informierte mich dann mehr über Mammutbäume, hörte von ihrer gigantischen Größe und war sofort fasziniert. Und das kam dann dabei raus:

Ich kaufte ihn für 142.50 DM (72,86€) in einer Baumschule. Das war Anfang November 1999. Im Sommer 2000 wuchs er ca. 70cm.

Dann dachte ich mir, so ein Mammutbaum will sicherlich nicht gerne allein sein und pflanzte im Dezember 2000 zwei weitere Mammutbäume. Und das sah dann so aus:

 

Und hier nochmal ein Bild zum Vergleich von meinem ersten Mammutbaum nach einer Wachstumsperiode im Garten, aufgenommen im Januar 2001 bei Schnee/Oktober 2001 (noch warmen und schönem Wetter) unteres Bild kann man sehr schön den Stamm sehen:

 

Dies sind zwei Mammutbäume im Botanischen Garten Bochum. Wunderschön zu erkennen ist die gut ausgebildete rote Borke:

Aufgenommen wurde dieses Foto von Dirk W.. Vielen Dank!

 

Nun aber zu den ausgewachsenen Riesen in Kalifornien:

Dieses Bild stellte mir freundlicherweise der Macher der Website http://www.usa-trip.com zur Verfügung. Vielen Dank! 

Sie wachsen dort in höheren Berglagen der Sierra Nevada (1500m bis 2300m), und zwar meistens in diesen drei Nationalparks: Sequoia NationalparkKing´s Canyon Nationalpark und Yosemite Nationalpark. Mammutbäume brauchen die dort auftreten Waldbrände, da sie das Unterholz wegbrennen, und so die Samen direkt auf dem Boden keimen können, anstatt auf einer dicken Humusschicht zu landen und dort zu vergammeln. Den Bergmammutbäumen machen die Brände nichts aus, da sie eine bis zu 60cm dicke Borke besitzen. Auch bleiben die Äste erhalten. 

Dies ist das Wurzelsystem eines umgestürzten Mammutbaumes. Meines Wissens ist dies der "Fallen Monarch". Ich möchte mich hierbei noch einmal herzlich bei der Bildgeberin bedanken.

Riesensequoien beenden ihr Größenwachstum mit ca. 500 Jahren (Mit 100 Jahren sind sie zwischen 30 und 45 Metern hoch; sowohl in Deutschland als auch in Amerika). Bis dahin läuft ihre Krone spitz zu, sie haben noch ein pyramidales Aussehen. Später ändert sich das Aussehen ihrer Krone, untere Äste sterben ab, die Krone wird durch Blitzeinschläge verändert und man kann ab dann meistens keinen Leittrieb mehr erkennen. Ihr Wurzelsystem breitet sich bis zu einem Durchmesser von 180m aus. Es reicht aber höchstens zwei Meter in die Erde.

Früher wurden sie sehr oft gefällt, und so fielen viele der Riesen dem Menschen zum Opfer. Hierrüber kann man auf der Homepage http://www.salamand.de viel nachlesen. Diese Seite ist eine der besten Seiten über Mammutbäume, und ich kann sie wirklich bestens empfehlen. So wurde zum Beispiel der Baum "Mother of the Forrest" "geschält", man entfernte die Rinde bis in eine Höhe von 30m und verbrannte diese dann. Der Baum ging natürlich sehr schnell ein. So wurde ein wohl mindestens tausend Jahre alter Baum einfach nur so, ohne Sinn, getötet. Auch wurde den Bäume mit konventionellen Mitteln zu Leibe gerückt. Man fällte sie in Wochen langer Arbeit, man konnte sie aber nicht abtransportieren, da sie einfach zu riesig waren. So vergammelten die Riesen dann im Wald, ohne genutzt zu werden. Aus dem heute größten Mammutbaum, dem General Sherman, könnte man theoretisch 40 Häuser mit je fünf Zimmern machen. Aber dies ist zum Glück unmöglich, da er ja im Sequoia Nationalpark steht.

 Auch gibt es Bäume, durch die ein Tunnel gefräst wurde, durch die man zum Teil sogar heute noch hindurchfahren kann (Mit dem Auto). Die meisten sind aber heute gesperrt. Da wären zum Beispiel der "Dead Giant", der aber schon vorher tot war,  der "Doust Tree", der "Shrine Tree" und der "Chandelier Tree". Ausserdem wäre da noch der Wawona Tree, der aber schon vor über 40 Jahren umkippte.

Der älteste Mammutbaum ist wohl der Grizzly Giant. Er steht im Yosemite Nationalpark und soll ein Alter von ca. 2700 Jahren besitzen. Es soll aber auch Mammutbäume gegeben haben, die bis zu 4000 Jahre alt waren, zumindest meinte John Muir einen solchen entdeckt zu haben (er zählte die Jahresringe an einem gefällten Baum).

Der Mammutbaum mit dem dicksten Stamm ist der Boole Tree. Er wurde ironischer Weise nach dem damaligen Chef der Sanger Holzfirma, Frank Boole, benannt. Er steht heute als einzig überlebender in dem Hume Lake Ranger Destrict und hat einen Stammdurchmesser von knapp 12m.

Der schönste Mammutbaum (ich habe ihn bis jetzt leider nur auf Fotos gesehen, da ich noch nie in Amerika war), soll der General Grant sein. Er ist auch über zweitausend Jahre und wird in den USA "Weihnachtsbaum der Nation/Christmas Tree of the Nation" genannt, weil in den Zwanzigern ein Mädchen zu ihrem Vater meinte, man bräuchte wohl viele Lichter, um diesen Baum zu schmücken. 

Und hier eine Liste der 20 größten (Masse) Mammutbäumen:

Nummer

Name

Standort

Höhe

Umfang

Durchmesser

Inhalt m³

1

General Sherman

Giant Forrest

84

31

10

1487

2

Washington

Giant Forrest

75

31

10

1355

3

General Grant

Grant Grove

82

33

10

1344

4

President

Giant Forrest

73

28

9

1288

5

Lincoln

Giant Forrest

78

30

10

1259

6

Stagg

Alder Creek

74

33

11

1205

7

Genesis

Mountain Home

78

26

8

1203

8

Boole

Converse Basin

82

34

11

1203

9

Unnamed Tree

Giant Forrest

68

29

9

1169

10

King Arthur

Garfield

82

32

10

1151

11

Unnamed Tree

Giant Forrest

76

28

9

1138

12

Robert E. Lee

Grant Grove

78

27

9

1136

13

Diamond

Atwell Mill

87

29

9

999

14

Adam

Mountain Home

75

29

9

994

15

False Hart

Redwood Mountain

79

24

8

992

16

Hart

Redwood Mountain

85

23

7

974

17

Chief Sequoyah

Giant Forrest

70

28

9

952

18

Unnamed Tree

Giant Forrest

80

26

9

946

19

Dean

Atwell Mill

72

30

9

938

20

Red Chief

Long Meadow

75

25

8

930

Es kann sich natürlich irgendwo ein Fehler eingeschlichen haben, aber ich habe hier alles nach bestem Wissen geschrieben. Wenn Sie einen entdecken sollten, können Sie es mir natürlich mitteilen.

 

Mammutbäume in Deutschland

Erst einmal zur Entdeckung der Mammutbäume. Der Engländer J. Bidwell war wohl der erste Europäer, der die Riesenmammutbäume sah. Dieses Vergnügen blieb bis dahin nur den dort lebenden Indianern vorbehalten. Dies geschah im Jahre 1841. Aber als eigentlicher Entdecker gilt A. T. Dowd, der 1852 im North Grove das erste Pflanzenmaterial sammelte und es dem Amerikaner Kellog übergab, der Botaniker war. In diesem Jahr sammelte auch W. Lobb, der von Dowd aufmerksam gemacht wurde, in Calaveros Pflanzematerial und Samen und schickte sie zur britischen Baumschule Veitch. 1853 schickten W. Lobb und auch der Schotte J. Matthew größere Samenmengen nach Europa. Im selben Jahr gab der englische Botaniker J. Lindley dem Riesenmammutbaum den Namen Wellingtionia gigantea. Dies gefiel aber den Amerikanern nicht, und sie benannten ihn in Sequoia washingtioniana um. Aus diesem Namen wurde im Jahre 1939 Sequoiadendron giganteum. Diese Umbenennung führte der Botaniker Buchholz durch. Mammutbäume waren also nun sehr bekannt in Fachkreisen, und im Jahre 1854 konnte man schon die ersten Mammutbäume in England für einen Preis von zwei Guineen kaufen. Und nun komme ich auf Deutschland zu sprechen. Vom Lobb´schen Saatgut existieren in Deutschland wohl noch zwei Bäume. Lobb gab nämlich Saatgut an Alexander von Humboldt, der es seinerseits dem Gärtner H. Orth schenkte. Orth säte die Samen aus und pflanzte den Mammutbaum in den Schloßgarten von Oldenburg. Dass der Baum heute eine vierteilige Krone hat, liegt daran, dass er 1910 von einem Blitz getroffen wurde. Auch der Baum im Palaisgarten in Detmold soll aus dem Saatguts Lobb von 1853 hervorgegangen sein. 

Dies ist ein Teil der Mammutbaum-Allee im Exotenwald der Stadt Weinheim. Dieses wunderschöne Bild stammt vom Verkehrsverein Weinheim, der Photograf, der hier wirklich tolle Arbeit geleistet hat, heißt Friedrich Kopetzky. Das Bild ist im Original auf der Seite der Stadt Weinheim zu finden: http://www.weinheim.de 

So gelang dem Mammutbaum also der Durchbruch in Deutschland. Um 1860, 1870 entstand ein reges Interesse an dem Bergmammutbaum. So kaufte die königliche Forstdirektion Stuttgarts ca. 1865 auf Initiative König Wilhelms I. 0,5kg Samen. Es entwickelten sich daraus ca. 6000-8000 Sämlinge. Insgesamt existieren von diesen Bäumen noch ca. 275 Exemplare, von denen einige knapp 50m hoch sind. Der größte Mammutbaum Wald Europas steht in Weinheim an der Bergstraße. Ch. von Bergheim legte, durch eine Reise nach Kalifornien beeindruckt, den heutigen Exotenwald an. Ab 1868 wurden hier mehrere hundert Bergmammutbäume gepflanzt. Heute stehen davon noch 150. Sie stehen, im Gegensatz zu denen im Raum Stuttgart, in einem Wald. Die Bergmammutbäume in Weinheim sind ca. 50m hoch und haben einen Stammdurchmesser von ca. 1,5 Meter. Es gibt aber ziemlich viele Einzelexemplare oder Gruppen in Deutschland, von denen es auf der schon oben genannten Seite http://www.salamand.de eine ausführliche Beschreibung gibt. Ein besonders schönes Sequoien-Paar steht in Oberursel:

 

Aber erst spät entdeckte man den Bergmammutbaum auch für die deutsche Forstwirtschaft. Der jährliche Zuwachs des Mammutbaums soll der der Douglasie entsprechen, die produzierte Holzmasse soll aber doppelt so groß sein. (Der General Sherman hat einen jährlichen Zuwachs, der der Masse eines "normalen", 20m hohen Baum entspricht)

Heute ist der Bergmammutbaum in vielen Parks, botanischen Gärten und auch in vielen Privatgärten zu finden. Dort stehen zum Teil auch schon stattliche Exemplare. Man kann auch Samen bestellen (zum Beispiel bei http://www.tropica.de ). 

Hier zwei Bilder von einem Mammutbaum in Österreich. Er wächst dort in einem Park, wurde etwa 1840? gepflanzt, ist ca. 45m hoch und hat einen Stammdurchmesser von 1,5m. Herzlichen Dank an den Bildgeber (Homepage)

Anzucht von Mammutbäumen

Die Anzucht von Mammutbäumen ist relativ einfach. Die Samen bezog ich von www.tropica.de. Es gibt aber auch viele andere Anbieter.

1. Die Samen ca. 1 Woche bei kühlen Temperaturen (ca. 5°C) lagern.

2. Die Samen über Nacht in zimmerwarmen Wasser einweichen lassen.

3. Die Samen locker auf der Anzuchterde verteilen. Wichtig: Es darf keine normale Erde benutzt werden. Am besten immer spezielle Anzuchterde verwenden. Danach die Samen locker mit Erde bedecken.

4. Mit Wasser besprühen und den Deckel auf das Gewächshaus tun. Wichtig: Öfters einmal lüften, damit sich kein Schimmel bilden kann.

5. Die Erde immer feucht, aber NICHT NASS halten.

6. Sich freuen, wenn's geklappt hat.

Hier ist er noch sehr klein, grade erst geschlüpft.

Und so in einem Alter von 2 Jahren. Diesen habe ich allerdings gekauft und nicht selber gezogen.

 

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